Auf Ko Phi Phi habe ich ein idyllisches Holzhäuschen auf Stelzen bezogen mit einer gemütlichen Hängematte unter dem Vordach. Tagsüber bin ich unterwegs, und am späten Nachmittag, wenn der Regen in Strömen vom Himmel prasselt, liege ich in meiner Hängematte und erhole mich.
Eigentlich sind Strandferien weniger mein Ding, aber hier gefällt es mir sehr gut. Ich habe einen Tauchgang unternommen, und habe wieder viele Fische gesehen. Am eindrücklichsten waren die Seeschlange, die direkt unter mir über den Meeresgrund schlich, und der Haifisch, der in wenigen Metern Entfernung an uns vorbeischwamm.
Die Kletterfelsen habe ich auch besucht. Sie liessen sich fast bis zur halben Höhe ohne Ausrüstung bekraxeln und boten eine schöne Aussicht, so dass ich auf eine Klettertour mit einem Guide verzichtet habe. Die Standsicherungen am Ende einer Route werden hier ganz unkompliziert an Seilen befestigt, die durch ein Loch im Felsen gezogen werden.
Danach war ich müde und legte mich am einsamen Strand hin. Plötzlich hörte ich ein Geräusch direkt neben meinem Kopf. Ich fuhr auf und sah drei Affen, die eine knappe Armlänge von mir entfernt sassen und mich neugierig beobachteten. Sie und ihre sechs Artgenossen im Hintergrund verfolgten jede meiner Bewegungen. Plötzlich kamen sie von mehreren Seiten gleizeitig mit eindringlichem Blick auf mich zu, zeigten ihre Zähne und versuchten, an meine Sachen zu gelangen. Mein Fusstritt vor die Nase des einen liess sie nur ein wenig zurückweichen.
Das war mir nicht mehr geheuer, und einen Affenbiss wollte ich unbedingt vermeiden. So schnell und so ruhig wie möglich packte ich meine Sachen zusammen und zog die Sandalen an, ohne die Affen aus den Augen zu lassen. Plötzlich sprang einer von ihnen auf mich zu, ergriff, was er konnte und verschwand flink mit meiner Wasserflasche.
Ich drückte die Tasche mit all meinen Wertsachen dicht an mich und stand langsam auf. Die Tiere sprangen mich an, krallten sich von allen Seiten gleichzeitig an an meinem Rock und der Tasche fest und zerrten daran. Jetzt hatte ich richtig Angst. Sie machten bedrohliche Minen und liessen sich nicht abschütteln. Erst nach mehreren Schritten liess einer nach dem anderen von mir ab und ich rettete mich zu ein paar Touristen, die in sehr sicherer Entfernung ganz gebannt dem Spektakel zugeschaut hatten. Mir fiel ein Stein vom Herzen und langsam beruhigte sich mein Puls. Auf dem Rückweg durch das touristische Zentrum konnte ich nun die unzähligen Anbietern der "Adventure Tours" und "Monkey Beach Trips" getrost ignorieren - ich hatte für meinen Bedarf genügend Adrenalinausschüttung und Wildtierkontakt gehabt.
Die abschliessende Zeit verbrachte ich ganz unspektakulär auf einem ausgedehnten Rundspaziergang über die Insel, fernab von den Touristenpfaden, mit schwimmen am Strand unseres Resorts und natürlich mit ausgedehnten Entspannungsphasen in meiner Hängematte.
... das müsste ja fast wieder ein Affe sein...
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