Samstag, 13. Dezember 2014

Von Kalaw zum Inlesee

Den Weg zum Inlesee legte ich auf der klassischen, bei Touristen sehr beliebten Wanderroute ab Kalaw zurück. Die herzlichen Deutschen Romy und Simone und ich liessen uns vom tempramentvollen, in einen Longyj gehüllten (Rock für Männer und Frauen), Johnny Walker führen, der auf jede Frage eine Antwort wusste. Mit seinem guten Englisch gab er faszinierende Einblicke in die lokale Pflanzenwelt und das Dorfleben, erwähnte die Massnahmen der Militärregierung, die ihm lobenswert erschienen und mich zum Teil schockierten, und schien vereinzelt Antworten ganz frei zu erfinden. 

Novizen in einem Kloster am Weg. 

Idyllisch-farbenfrohe Felder in einem lieblichen Tal. Im Vordergrund ein Senf- oder Sesamfeld. Blumen leuchteten in allen Farben, auch Christrosen. Wir sahen auf den Feldern und in den Gärten eine unglaubliche Vielfalt. Neben Bambus, Laub- und Nadelbäumen gab es schwarzen und weissen Sesam, Chili, Erdnüsse, Papaya, Avocado, Wildäpfel, Granatäpfel, Ingwer, Reis, Weizen, Bananen, "Seifenfrüchte", Mango, Senf und Pflanzen, deren Namen ich noch nie gehört hatte. 

Unser Wandergrüppchen unterwegs in den sanften Hügeln. 

Feldarbeiter trennen mit Fächern den Spreu vom Reis - Landidylle pur. Im Moment als wir um die Ecke bogen, begannen sie zu arbeiten - geradezu so, als ob sie auf uns gewartet hätten. Das ganze Tal wirkte wie ein riesiges Freilichtmuseum à la Ballenberg in der Schweiz. 

Kinder in der Schuluniform, dem grünen Longyj. Das hintere wickelt ihn gerade neu um die Hüfte. 

Ich sog die wunderbaren Bilder in mich auf und sie taten mir gut. Im Vordergrund sind abgeerntete Reisterrassen sichtbar. 
Diese wunderschöne, leuchtend bunte und eindrücklich fruchtbare Gegend stand in krassem Gegensatz zum birmesischen Alltagsleben, in das ich in den vergangenen Wochen einen Einblick gewonnen hatte. 

Eine junge Frau im schulfarbenen Longyj erntet Ingwer.

Eine schön gemusterte, erschreckend grosse Spinne (mit Zeigefinger zum Grössenvergleich).

In diesem Kloster verbrachten wir die Nacht. In der Abendsonne hängen die Gewänder der Mönche zum trocknen. 

Die Novizen beim Frühstück, bestehend aus Suppe, Reis und verschiedenen Currys. Aufgestanden sind sie 3 Stunden zuvor. 

In diesem Dorf lieferte ein kleiner Junge, der auf dem Schulweg war, zwei grösseren Mädchen im Primarschulalter Geld ab. Als sie es zunächst zurückwiesen, begann er fast zu weinen - mehr schien er nicht zu haben. Schliesslich akzeptierten sie es widerwillig und liessen ihn gehen. Als wir es später gegenüber unserem Führer ansprachen, geriet er in grosse Verlegenheit. 

Diese Bambuskonstruktion dient als "Raketenabschussrampe" bei einem jährlich stattfindenden Wettkampf und Festival. 



Die Bootsfahrt durch die schwimmenden Gärten und über den Inlesee bildeten den Abschluss der Tour. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen