Samstag, 13. Dezember 2014

Mandalay


Eine Station im Kinderspital Mandalay. 

Zum Curry mit Reis gibt es in Myanmar oft diese Beilagen. 

Nach dem Essen und dem Stickyrice- oder Jelly-Dessert werden diese Häppchen genossen: geröstete Bohnen und Nüsse, Senfblätter in Essig und etwas süsses ähnlich selbstgemachten Rhamtäfeli (Caramel).

Der wiederaufgebaute Palast mit den typischen Türmchen. Schuplatz des Romanes "Der Glaspalast". 

Die Festungsmauer und der immense Wassergraben auf jeder Seite (mehr als 2 km lang) mit Ausblick auf den Mandalay Hügel. 

Marionettenspiel - eine alte, wiederbelebte birmesische Tradition. 

Eine Tankstelle, wie sie an vielen Strassenecken zu finden ist. 

Ein Fischer bei der U Bein Brücke. 

Auf der U Bein Brücke. 

Ein Pwe, eine Komödie-Satire-Tanz-Marionetten-Show, die traditionellerweise draussen während einer ganzen Nacht aufgeführt wird. Die Moustache Brothers verbrachten wegen ihren Witzen über die Regierung mehrere Jahre im Gefängnis. Nun bieten sie eine zahme, witzige Show für Touristen. 

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Auf dem Irrawaddy von Katha nach Mandalay

Nach einer gemächlich-holprigen Zugfahrt durch endlose Reisfelder, mit Händlern, die ihre Ware auf dem Kopf balancieren und Verkäufern, die ihre Wundermittel mit Lautsprecher und langen Reden anpreisen, erreichte ich Katha. Hier spielt der Roman "Tage in Burma" von George Orwell. 

Von hier nahm ich zusammen mit 6 anderen Touristen eine Fähre nach Mandalay. Über eine Holzplanke stiegen wir auf das Unterdeck ein. Dort lagerten versiedenste Sachen: Gestapelte Säcke, riesige Körbe, Motorräder, unzählige leere Eierkartons und vieles mehr. Auf dem überdachten Oberdeck richteten wir uns mit Bastmatten auf dem Holzboden ein. Direkt neben uns hatte sich eine Gruppe Birmesinnen niedergelassen, die uns  neugierig beobachteten - und wir sie - was immer wieder zu Lachern führte. Das Deck war mit rund 50 Einheimischen, darunter auch zwei süsse Kleinkinder, ziemlich voll. Wir genossen das gemächlich-entspannende Unterwegssein. In der Nacht schliefen wir auf den Matten, bis ein Hahn am Ufer oder die Gebete der buddhistischen Nonnen in ihren rosa Gewändern an Bord uns weckten. Tagsüber genossen wir die vorbeiziehende Landschaft, lasen, spielten Karten (die Belgier und Deutschen waren begeistert vom Jassen, das Jonathan uns auf dem Trekking eine Woche zuvor beigebracht hatte) oder plauderten. Langeweile kam nie auf. Die Verpflegung erhielten wir von Frauen, die an den Zwischenstopps auf die Fähre kamen, um Klebereis in Bambusrohren, Currys, Samosa und allerlei Frittiertes feilzubieten. Zudem gab es eine kleine Bordküche. 

Diese Fahrt war eines der besonderen Highlights in Myanmar. Das gemächliche unterwegs sein, die Tage und Nächte auf dem Deck, die Mitreisenden, die Eindrücke der Städtchen und Dörfer, wo wir kurz anhielten und natürlich die alte Fähre haben ihren ganz eigenen Reiz. 

Die Reise dauert je nach Verhältnissen wohl zwischen einem und drei Tagen. Wir erreichten schliesslich nach zwei Nächten und einem Tag Mandalay. 
 
So sah auch unsere Fähre aus. 

Bei dieser Fähre war auch das Oberdeck mit Waren beladen. 

Vorbeiziehende Schiffe. 

Unser Lager. Wir 
Touristen waren schliesslich die letzten Passagiere an Bord. Die grüne Bartheke im Hintergrund ist das Bordrestaurant. 

Die letzte Jassrunde vor der Ankunft. 

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Myitkyina und das birmanische Aerobic

In Myitkyina verbrachte ich ein paar Tage zum Ausruhen und zur Gewöhnung an das Leben in Myanmar abseits von Dschungel und Bergen. Die Menschen hier leben nochmals einfacher als in den Ländern, die ich bisher besucht habe. Über die Felder ziehen Ochsenkarren. Fahrrad-Rischkas gehören neben den Mopeds (normale sowie Dreirad-Transporter für mehr als zehn Passagiere) und hie und da einem Auto zum Stadtbild. Die  meisten Strassen sind Staubpisten, und wo ein Hartbelag gebaut wird, geschieht dies fast vollständing durch die Muskelkraft der Bauarbeiterinnen (dies ist hier eine klare Frauendomäne). Häuser mit fliessendem Wasser haben auf dem Dach einen Tank und manchmal eine Sonnenerhitzungsanlage. Einfache Häuser haben Wände aus Bambusblättergeflecht und Dächer aus Reisgarben, durch die der Rauch vom Feuer nach aussen dringt. Die Menschen waschen ihre Kleider und oft auch sich selbst am Flussufer. Kinder aus ärmeren Familien arbeiten als Handlanger in einem Restaurant oder einem Laden auf dem Markt und erhalten dafür eine oder zwei Mahlzeiten pro Tag. Ein Schulbesuch und die Aussicht auf eine besseres Einkommen als Erwachsene bleibt ihnen so natürlich verwehrt. 
Auch der Tourismus ist anders: abseits von den grössten Touristenmagneten wie Bagan, Mandalay und Yangon haben nur wenige Hotels die Lizenz um Touristen aufzunehmen. Ebenso ist in diesen kleineren Orten für Touristen bei Ankunft und Abreise eine eine Meldung bei den uniformierten Beamten in der Immigrationsbehörde nötig. Dort, aber auch in Hotels und ganz im Allgemeinen, sprechen nur sehr wenige Leute Englisch, und dies oft nur in Brocken. Eine ältere Besitzerin eines Teashops sprach fliessend, da sie eine Schule aus der britischen Kolonialzeit besucht hatte. 
Wegen den Spannungen zwischen den Unabhängigkeitsbewegungen und der Armee sind gewisse Land- und Wasserwege für Touristen oder sogar für jegliche Reisende zeitweise gesperrt. Ganz abgesehen von den Gebieten, die die Regierung einfach so für Ausländer sperrt. In den legitimen Gebieten ist aber abgesehen von ganz vereinzelnen Militärposten am Strassenrand nichts von den Spannungen spürbar. 
Am letzten Tag in Myitkyina entdeckte ich etwas ganz erstaunliches: zwei weissshäutige Langnasen! Erst jetzt wurde mir bewusst, dass nirgendwo in der Stadt westliche Menschen zu finden waren. 

Als Cevianerin fühlte ich mich im beliebten YMCA-Hostel sofort ein bisschen zuhause.  

Aussicht von der Stadt über den Irrawady. Die Lebensader Myanmars entspringt wenig nördlich von Myitkyina aus dem Zusammenfluss zweier kleinerer Ströme. 

Zum ersten mal hatte ich diese Halle des YMCAs betreten, als mich eine Frau - wieder ohne gemeinsame Sprache - spontan zu einer Hochzeit einlud. Allerlei lokale Speisen wurden aufgetischt, besonders mochte ich etwas, was anscheinend grüne Mangos waren, nun tiefrot von der scharf-sauren Sauce mit einigen undefinierbaren, hoffentlich nicht tierischen, Zutaten. Ein junger Mann gab sein bestes Englisch, um mit mir etwas zu plauderte. Der Fotograf schoss mehrere Bilder mit mir und dem westlich gekleideten Brautpaar. Die Trauung im Tempel, vermutlich in traditionellen Kleidern, hatte ein paar Tage vor dem Fest stattgefunden.  
Später nahm ich in der selben Halle gemeinsam mit ein paar Jungs am Karatetraining teil. Dann wurde der Boden mit Plastiktischtüchern belegt und ich machte mit den Frauen Aerobic: Fast die ganze Stunde lang werden die Hüften im Takt der westlichen Musik rasant hin und her geschwungen, begleitet von einigen Bewegungen der Arme und Beine. Beim abschliessenden Yoga legten sich viele von ihnen mühelos in den Spagat und ähnliche Dehnungspositionen. Mich erstaunte auch das bauchfreie Trainingsoutfit mehrerer Ladies angesichts der Tatsache, dass birmesische Frauen in der Öffentlichkeit ihre Beine und Schultern bedecken. Diese Ladies des YMCA-Aerobics hiessen mich sehr herzlich willkommen und wir fühlten uns ohne viele Worte sehr miteinander verbunden. 

Mt. Phonyin Razi und das birmesische Bergsteigen

Hoch im Norden Myanmars, ausgehend vom Städtchen Putao, das Ausländer nur mit einer Sonderbewilligung besuchen dürfen, wartete in der Nähe der indischen Grenze als nächstes Abenteuer die Besteigung des Phonyin Razi auf 4200 m.ü.M.. Die Tour unternahm ich gemeinsam mit meinen deutschen  Kollegen Jonathan, Philipp und Markus. Neben uns vier gehörten zur Gruppe ein Führer/Übersetzer, ein Koch, und trotz unserer vehementen Protesten eine stattliche Schar von zehn Trägern.

In diesen elf Tagen lernten wir die Gesetze des Bergsteigens auf birmesisch kennen:

Eine zwölftägige Bergtour lässt sich problemlos um ein bis zwei Tage kürzen.
Die Herausforderung der Wege im Dschungel ist, dass sie unglaublich glitschig sind, und manchmal extrem steil oder exponiert. Somit ist das beste Schuhwerk der Dschungelstiefel der chinesischen Armee, ein Turnschuh aus dünnem Stoff mit Profilsohle.
Gekocht wird sehr köstlich, drei mal täglich im Wok auf dem Holzfeuer mit meist frischem Gemüse und abends werden stets mit mehreren Gerichte und eine Suppe aufgetischt.
Unterwegs auf dem Weg durch den Dschungel stehen vier sehr einfache aber solide und geräumige Holzhütten als Nachtlager. Diese waren vor zwei Jahren von den Angestellten der lokalen Fluggesellschaft Air Bagan errichtet worden, aus dem simplen Grund, dass ihr Chef den Gipfel besteigen wollte.
In den Holzhütten lässt sich wunderbar Feuer machen, und der beissende Rauch des frischen Feuerholzes scheint den Myanmaren im Gegensatz zu den Ausländern nichts anhaben zu können. Man munkelt, dass einzelne der letzteren tatsächlich im Dunkel der Nacht im Dschungel einen Platz suchten, um ihr Zelt aufstellen.
Der klassische Träger trägt seine meist schwere Last in einem Korb über ein Schulterjoch und manchmal über ein Stirnband. Er ist mit einem zweiteiligen Flece-Pijama gegen die Kälte des Tages und der Nacht mehr oder weniger gewappnet. Und vor allem rennt er in den Armeeschuhen leichtfüssig und freihändig an den Touristen vorbei, die mehr oder weniger elegant versuchen, nicht auszurutschen. 
Je näher man dem Gipfel kommt, desto mehr gleichen sich die Begriffe Trinkwasser und "Flüssigkeit aus dem Wald" an und desto erleichterter sind die Touristen darüber, "nur zur Sicherheit" Apparate und Substanzen zur Wasseraufbereitung eingepackt zu haben. Diese erwiesen sich als verlässlich. 
Ein Basecamp ist eine Felswand mit knapp genügend Platz um neben einem Feuer zu stehen, und einem Abhang mit nach einigem Geröllverschieben knapp genügend Platz, um zwei Zelte aufzustellen.
Wenn am Tag der Gipfelbesteigung gut zehn Zentimeter Neuschnee liegen, hält das  einen Träger trotz chinesischen Armeeschuhen und einer Nacht mit mehr frieren als schlafen nicht davon ab, den Ausländern und dem Guide den Weg zum Gipfel zu weisen.
Die exakte Gipfelhöhe ist hier nicht so wichtig, sie variiert je nach Quelle um rund 100 Meter.
Der Armeerum zu 1 $ pro Flasche wird köstlich als Sour getrunken, solange im Tiefland die entsprechenden Pomelos vorhanden sind, in höheren Lagen ebensogerne pur.
Eine Flusskreuzung ist an jedem Ort möglich, wo eine mehr oder weniger schwankende Brücke steht oder wo das Wasser nicht höher als bis zur Hüfte reicht. Bei letzterem ist das Beherrschen des Flipfloptragens angesichts der Strömung empfohlen. 
Die von einzelnen Teilnehmern stark thematisierten gefährlichen oder wenigstens potentiell gesundheitsschädlichen Tiere lassen sich nicht blicken. Nur kleinere Säugetiere, allerlei Insekten (trotz Übertreten der gesetzlich zugelassenen DEET-Spiegeln durch einzelne Reisende) und grosse Vögel mit einem an eine Luftwaffe erinnernden dröhnenden Flügelschlag konnten beobachtet werden. 

Dieses Propellerflugzeug brachte uns nach Putao. Bei jeder Zwischenlandung spazierten wir auf dem Rollfeld. 

Eine Dorffrau transportiert den traditionellen Korb, sie legt die ganze Last auf den Kopf ohne Schulterjoch. 

Eine eindrücklich solide Brückenkonstruktion. 

Eine typische Dorfkirche; das Christentum ist in diesem Gebiet die vorherrschende Religion. 

Der unersetzliche Windapparat, um mit frischem, feuchtem Dschungelholz Feuer zu machen. 

Die Träger während der Mittagspause.  

Das Basecamp liegt bei der roten Plane, die "Zeltplätze" am Abhang dahinter. 

Ein Schnappschuss vom schneebedeckten Gipfel. 

Mittagsrast im Dschungel mit den obligaten Süssigkeiten zur Vorspeise und dem wie immer qualmenden Feuer. 

Ein gewöhnliches Nachtessen mitten im Dschungel: gemischtes Gemüse an süss-saurer Sauce, Miniatur-Bratkartoffeln, gebratenes Huhn, getrockneter Fisch und Reis, umrahmt von einer scharfen Suppe und einem Dessert. 

Den Schmetterlingen gefiel es auf unseren Kleidern in der Sonne. 

"Unser" Gipfel verschwindet im Licht der Abendsonne in den Wolken. Er liegt am linken Ende der sonnenbeschienenen Bergkette in der Bildmitte. 

Der Schlussabend mit der ganzen Gruppe am offenen Feuer in der Küche eines Dorfhauses. 

Einige der vielen Kinder unserers letzten Gastgebers beobachten unsere Abreise.  

Das ist nicht ein Museum, sondern die Poststelle von Putao. Hier gibt es die einzige, wenn auch sehr schwache Internetverbindung der Ortschaft. 

Hier die Abflughalle und der Shop des Flughafens Putao. Ganz rechts ist die die Sicherheitskontrolle (d.h. ein Holzbogen ohne viel Elektronik oder Personal) sichtbar. Zum Abschied spazierten wir ganz ungeniert auf den Flughafentower, wo wir erstaunlich freundlich begrüsst wurden, mit dem Chef und den Mitarbeitern plauderten, Getränke offeriert bekamen und die Landung unseres Flugzeuges von den besten Plätzen aus beobachten konnten. . 

Chiang Dao

Bald zog es mich wieder in die Natur und ich fand in Chiang Dao, nördlich von Chiang Mai einen Rückzugsort in den Bergen.

Am ersten Morgen stieg ich hunderte von Treppenstufen durch den Dschungel hoch zu einem Kloster. Anschliessend suchte ich entlang der Treppe vergeblich nach dem Beginn eines langen Rundweges. Dabei stiess ich neben morschen Leitern und bewohnt scheinenden Höhlen (durch Mönche) insbesondere auf eine Elektrolux-Waschmaschiene mitten im Dschungel, die offensichtlich von den Mönchen verwendet wird. Schliesslich beging ich einen kürzeren Weg, der durch sehr schönen Urwald führte.




Natürlich erkundete ich auch die Fledermaushöhle, die voll von schönen Tropfsteinen und erstaunlich gross war.


Am folgenden Tag nahm ich den langen Rundweg von der anderen Richtung in Angriff. Es war ein wenig begangener Pfad durch unberührten Dschngel. Ich genoss es, ohne Tourguide in der Natur unterwegs sein zu können. Es gab Pflanzen, die ich noch nie gesehen hatte. Ein paar wilde Affen konnte ich bei ihren Klettereien beobachten. Hie und da liess sich der Weg nur schwer bahnen durchs tropische Gestrüpp und ich war froh um den Höhenmesser und Kompass.



Am abschliessenden Tag hatte ich das Glück, mit Regina und Gerri aus der Schweiz in ihrem Auto mitfahren zu können. So konnten wir auf eigene Faust den 2175 m.ü.M. liegenden Doi Luang Chiang Dao besteigen, den dritthöchsten Berg Thailands. Auf der Wanderung trafen wir auf ein einzelne Gruppen aus thailändischen Städten, die meist mit Führer und Träger unterwegs waren. Auf die Frage "Wievele Nächte dauert eure Tour?" antworteten wir mit einem herzlichen Lachen und der Erklärung, dass uns eine ausgedehnte Eintageswanderung zum Gipfel und wieder zurück bringt. Angesichts der Sneaker-Turnschuhe und der fehlenden Kindheit in einem Alpenland ist es gut verständlich, dass die Einheimischen sich etwas mehr Zeit nehmen. Auf dem Gipfel warteten eine herrliche Aussicht, eine kleine Palme und ein instabiles Gipfelschild auf uns. 





Samstag, 8. November 2014

Kulinarische Grüsse aus Chiang Mai


Crepe uf thailändisch: riesegross, hauchdünn, schön chnusprig und mit x verschedene Füllige wo usgsähnd wie Pudding in grellem grüen, blau, rot etc.; i ha mi für "farang-style" (d.h. Ausländer) Banane-Schoggi-Schoggicornflakes entschede. 



E Spezialität vo Chiang Mai, das mol zum Zmorge: Khao Soi, en Nudelsuppe. 



Asiatischi Pilzli met Seafoodsauce und Schinke grilliert.